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Männergesangverein "Brüderschaft" Wardenburg 1911
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Männergesangverein "Brüderschaft" Wardenburg 1954
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Männergesangverein "Brüderschaft" Wardenburg - Der Vorstand heute
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Schon vor 1875, so kann man in alten Berichten lesen, trafen sich Wardenburger Sangesfreunde, um das deutsche Liedgut zu hegen und zu pflegen und sich am gemeinsamen Gesang zu erfreuen. Zunächst bestand der neu gegründete Verein aus 11 Mitgliedern, die Lehrer Gravemann als ersten Dirigenten gewinnen konnten.
Eine Satzung wurde erstellt, in der der Name des Vereins erstmals festgehalten wurde: Männergesangverein "Brüderschaft" Wardenburg. Der MGV gehörte am 2.7.1899 auch zu den Gründern des Sängerbundes "Concordia". Ziele des MGV "Brüderschaft" waren laut Satzung, den Chorgesang zu pflegen und die Geselligkeit zu fördern. Diese Grundsätze stehen noch heute in der Satzung und werden vom Verein mit Leben erfüllt.
Im Jahre 1891 stifteten die Damen der Sangesbrüder dem Verein eine prachtvolle Fahne, die bis heute erhalten ist, aber wegen Altersschwäche 1984 durch eine neue Fahne ersetzt wurde, die wiederum von den Damen gestiftet wurde.
Die feierliche Fahnenweihe erfolgte durch Herrn Pastor Striepling auf dem Kommersabend des Bundessängerfestes 1984 in Wardenburg. Die alte Fahne wird sorgfältig aufbewahrt und in Ehren gehalten.

Bild vergrößern (31 KB) | Überreichung der Zelterplakette 1993
durch den Landrat des Landkreises Oldenburg, Hermann Bokelmann, an den Liedervater des MGV Brüderschaft Wardenburg, Lothar Janzen.
Die Zelterplakette wird seit 1956 wieder als staatliche Anerkennung verliehen, und zwar an Chöre, die 100 Jahre oder länger bestehen.
Voraussetzung für die Verleihung ist jedoch, dass sich der Chor in jahrelanger erfolgreicher Arbeit der Pflege des Chorgesangs gewidmet hat.
Carl Friedrich Zelter lebte von 1758 bis 1832. Er war deutscher Komponist und gründete 1809 die erste "Liedertafel" in Berlin. Er war Freund und musikalischer Berater Goethes. |
Seit der Gründung sind nunmehr 125 wechselvolle Jahre vergangen, in denen folgende Dirigenten erfolgreiche Chorarbeit leisteten:
| A. Gravemann | ab 1875 |
| W. Meinen | ab 1885 |
| Organist Stöver | ab 1888 |
| Chr. Cordes | ab 1896 |
| A. Keinen | ab 1899 |
| H. Kaiser | ab 1907 |
| Edo Popken | ab 1918 |
| Carl Popken | ab 1920 |
| W. Vogelsang | ab 1922 bis 1945 |
Während der kriegsbedingten Abwesenheit von Herrn Vogelsang übernahm Johann Fischbeck die Chorleitung.
Nach dem tragischen Unfalltod von Herrn Vogelsang nach glücklicher Rückkehr aus dem Krieg übernahm Herr Götsch das Amt des Chorleiters bis zum 6. 10. 1949.
Sein Nachfolger bis Mitte 1963 war wiederum Johann Fischbeck. Von da ab übernahm Musiklehrer G. Mardt das Amt des Chorleiters. Er konnte bei öffentlichen Auftritten der Sänger erhebliche Erfolge erzielen, was zur Folge hatte, dass die Zahl der aktiven Sänger langsam wuchs.
1982 übernahm W. Stöver die Chorleitung.
Auch unter seiner Stabführung wuchsen Ansehen und Mitgliederzahl stetig. Der größte Erfolg des Bundessängerfestes von 1984 war der Kommersabend, der überwiegend durch die Ideen und den Einsatz von Werner Stöver geprägt war. Besonders hervorzuheben ist, dass dieser Kommersabend ausschließlich durch die Sänger des MGV und nicht durch "angeheuerte" Kräfte bestritten wurde.
Auch in den folgenden Jahren hat Werner Stöver erfolgreiche Arbeit geleistet, die durch seinen plötzlichen Tod am 21. Dez. 1991 jäh beendet wurde.
Die Nachfolge von W. Stöver übernahm Jürgen Veith, der dank der Vermittlung von Lothar Janzen 1992 als neuer Dirigent gewonnen werden konnte.
Er hat den Umgang mit dem Taktstock und den Sängern eines Männerchors von der Pike auf gelernt. Er hat es verstanden, seine Aufgabe mit viel Einfühlungsvermögen, aber auch mit Durchsetzungsvermögen, zu meistern. Unter seiner musikalischen Leitung hat der Verein sich auf große Auftritte vorbereitet und erfolgreich durchgeführt. Die Auftritte mit befreundeten Männergesangvereinen aus Oldenburg und Jeddeloh waren herausragende Ereignisse im Vereinsleben und eine Bereicherung des Wardenburger Kulturangebots.
Auch die Auftritte mit dem Blockflötenorchester Wardenburg dürfen nicht unerwähnt bleiben.
Am 12. November 1994 hat der MGV zusammen mit dem Eisenbahner Männerchor und dem MGV Jeddeloh unter Leitung von Jürgen Veith in der Marienkirche Wardenburg eine CD aufgenommen. Sie ist ein bleibendes Dokument für die Leistungsstärke der Chöre unter dem Namen "Der Männerchor".
Die Sänger des MGV sind unserem jetzigen Chorleiter Jürgen Veith zu großem Dank verpflichtet, denn er hat den Chor zu einem guten Klangkörper gemacht. Das brachte uns viel Lob und Anerkennung ein.

Bild vergrößern (43 KB) | Neuer Notenwart
Im Januar 2000 gab unser bisheriger Notenwart, Willi Pioch, aus persönlichen Gründen sein Amt ab. Als Nachfolger wurde Erwin Riks gewählt.In den Notenschränken des MGV "Brüderschaft" haben sich im Laufe von 129 Jahren ca. 250 Notensätze angesammelt. |
Neben den Chorleitern spielen die Liederväter im Vereinsleben eine bedeutende Rolle. In den letzten 70 Jahren leiteten folgende Liederväter die Geschicke des Vereins:
Heinrich Hegeler
| 1932 |
| Carl Schnoor | 1933 bis 1945 (ab 1940 mußte er auf "höhere Weisung" Vereinsführer genannt werden) |
| Theodor Lüning | 1945 bis 1949 |
| Karl Janßen | 1950 bis 1952 |
| Alfred Cordes | 1953 bis 1978 |
| Heine Lücke | 1979 bis 1984 |
| Lothar Janzen | 1985 bis 1993 |
| Erwin Jeske | 1994 bis 1999 |
| Reinhard Wolf | seit 6. l .2000 |
Die Zahl der aktiven Mitglieder ist inzwischen auf 47 angewachsen, die der passiven auf 33. Das lässt auf eine ständig wachsende Beliebtheit und einen guten Ruf des Vereins schließen.
Besonders festzuhalten ist, dass von 1939 bis 1945 trotz des Krieges weitergesungen wurde mit der Einschränkung, dass ab 1943 nur noch zweimal im Monat gesungen wurde und die wenigen Singabende häufig wegen Fliegeralarm ausfallen mussten.
Jahreshauptversammlungen fanden nur noch statt, um die Kassenlage darzustellen. Bei den Wahlen gab es, bis auf wenige Ausnahmen, Wiederwahlen.
Der Kassenbericht für das Jahr 1941 ergibt 491,19 RM Einnahmen und 172,21 RM Ausgaben, Der Kassenbestand 318,98 RM. Der Jahresbeitrag beträgt 2 RM(!). Interesant ist, dass im Protokollbuch für jeden Singabend ein Protokoll enthalten ist mit folgenden Angaben:
- Lieder, die gesungen wurden
- Unentschuldigt Fehlende
- Fehlende mit Entschuldigung unter Angabe des Grundes
- Bemerkungen
Mehr als 4 bis 5 Seiten umfasste das Protokoll nicht.
Einen in etwa normalen Singebetrieb gab es lt. Protokoll erst wieder ab Oktober 1947. Eine Besonderheit dieser Jahreshauptversammlung war, dass 7 Sängern der Ausschluss aus dem Verein angedroht wurde, weil sie nicht mehr zum Singen erschienen waren. Die Betroffenen verteidigten sich damit, dass es ihnen im Vereinslokal zu kalt war, denn der Wirt hatte kein Heizmaterial. Der Vereinswirt entschuldigte sich damit, dass die durch Bombenangriffe zerstörten Scheiben noch nicht ersetzt werden konnten, und es sei auch schwierig, Heizmaterial für die Erwärmung des Saales zu beschaffen.
Das Protokoll enthält keine Angaben darüber, ob es tatsächlich zum Ausschluss der 7 frierenden Sänger kam. Wahrscheinlich nicht.
Ein Ereignis muß noch erwähnt werden:
Das ist der Hans Groenhagen - Gedenktag.
Im Protokollbuch steht darüber am 25.8. 1955 folgendes:
Der "MGV Brüderschaft soll 50 Liter Bier und 10 Flaschen Schnaps erhalten, damit die Sangesbrüder einen frohen Abend erleben können." So hatte es Hans Groenhagen in seinem Testament bestimmt. Da aber die Menge zu groß war, um sie an einem Abend zu vertilgen, wurde beschlossen, am 13.9.55 nochmals einen Umtrunk zu veranstalten, der ebenfalls in bester Stimmung verlief.
Eine einmalige Gedenkveranstaltung! Die von der Satzung verlangte Förderung der Geselligkeit fand an diesen beiden Abenden intensiv statt.
Herausragende Ereignisse waren die vom MGV "Brüderschaft" in den letzten Jahren gestalteten Veranstaltungen, insbesondere
- die Bundessängerfeste 1984 und 1996, die ein voller Erfolg waren, obwohl Petrus 1984 gar nicht mitgespielt hat,
- die Aufnahme einer CD in der Marienkirche,
- die Verleihung der Zelter Plakette durch den Bundespräsidenten v. Weizsäcker am 21. März 1993.
Der MGV "Brüderschaft" unterhält und pflegt Kontakte zu mehreren Chören und Musikgruppen, mit denen der MGV gemeinsam auftrat.
Besonders hervorzuheben ist unsere zweitägige Fahrt in den Westerwald zum MGV Alpenrod, die bei allen Beteiligten in guter Erinnerung bleiben wird.
Aber ebenso wichtig waren den Sängern die jährlich stattfindenden Ausflüge mit unseren Frauen.
Zunächst standen als Beförderung nur Pferd und Wagen zur Verfügung, und die Fahrt ging höchstens bis Friesoythe oder Bad Zwischenahn; die Rückkehr erfolgte meistens sehr spät. Später fuhr man mit dem Bus und hin und wieder auch 2 Tage.

Bild vergrößern (38 KB) | Aufnahme einer CD
Das herausragende Ereignis 1994 war die Aufnahme einer CD in der ev. Kirche in Wardenburg. Mitwirkende waren die von Jürgen Veith geleiteten Chöre:1. Der Eisenbahnerchor Oldenburg 2. Der MGV Jeddeloh 3. Der MGV "Brüderschaft" Wardenburg. Unter dem Titel "Der Männerchor" wurden 1200 CD's hergestellt. |
Was wünschen sich die Sänger des MGV "Brüderschaft" für die weitere Zukunft ?
- Wir wollen weiterhin Kontakte pflegen zu den befreundeten Chören und Musikgruppen, als da sind:
- der Gemischte Chor Wardenburg,
- der Männerchor Röbel,
- der Thyssenchor Meiderich,
- der Eisenbahnerchor Oldenburg
- und das Blockflötenorchester Wardenburg.
- Wir wollen uns bemühen, in unserer Arbeit so erfolgreich zu sein wie bisher.
- Wir hoffen auf stärkeren Zuspruch bei der Jugend.
- Wir wünschen uns, dass die bisher so gedeihliche Zusammenarbeit mit unserem Dirigenten Jürgen Veith noch lange bestehen bleibt.
Wir bedanken uns bei unseren Frauen für ihre tatkräftige Unterstützung bei Veranstaltungen des Vereins und für ihr Verständnis, dass ihre Männer einmal in der Woche oder auch öfter beim Gesangverein sind.